Eröffnung: Allgemeinladen Bremerhaven

Unter dem Motto „Handel nachhaltig und kaufe lokal!“ verschmelzen stationärer und Online-Handel

Kooperation von Handel, Hochschule und Stadtmarketing belebt leere Schaufensterflächen in der Bremerhavener Innenstadt

Leere Schaufenster so weit das Auge reicht. Seit vielen Jahren sorgt der Onlinehandel für immer mehr Leerstand in den deutschen Innenstädten. Besonders kleine stationäre Händler können sich nur schwer neben dem Angebot großer Versandhäuser behaupten. Wie sich leerstehende Ladenlokale für einen Schaufensterbummel der besonderen Art nutzen lassen, zeigt das Pilotprojekt „Allgemeinladen“ im Rahmen des Forschungsprojekts „R3 – Resilient, Regional, Retail in der Metropolregion Nordwest“ an der Hochschule Bremerhaven. Produkte lokaler Einzelhändler werden innerhalb einer gemeinsamen Schaufensterfläche präsentiert und lassen sich dort per QR-Code bequem mit dem Handy bestellen. In Bremerhaven sind mit Unterstützung der Erlebnis Bremerhaven GmbH und des Softwarepartners mapAds bereits zwei solcher Allgemeinläden entstanden: im „Maschinenraum“ in der Oberen Bürger sowie im ehemaligen Modehaus Jelden am Theodor-Heuss-Platz. Die Buchhandlung Memminger, Jacques‘ Wein-Depot und FUNDUS Geestemünde „Das lütte Kaufhaus“ beteiligen sich am Pilotprojekt. Noch bis Weihnachten kann dort eingekauft werden. „Wir unterstützen das spannende Projekt als Antragssteller und haben sehr gern die Kontakte in die Kaufmannschaft geebnet und den Raum zur Verfügung gestellt,“ so Nicole Halves-Volmer, Leiterin Stadtmarketing der Erlebnis Bremerhaven GmbH.

Als die Einkaufsmeilen während der Coronapandemie zeitweise geschlossen waren, nutzten einige Händler ihre Schaufenster wie analoge Onlineshops. Sie versahen die ausgestellten Waren mit Nummern, sodass Kundinnen und Kunden diese telefonisch bestellen und kontaktarm abholen konnten. Die Allgemeinläden gehen einen Schritt weiter Richtung Digitalisierung. Dort präsentieren mehrere Einzelhändler gemeinsam ihre Waren in den Schaufenstern leerstehender Geschäfte. Unabhängig von der Öffnungszeit erhalten potenzielle Kundinnen und Kunden über verknüpfte QR-Codes Informationen zu Produkten und Händlern. Im Falle von vorhandenen Online-Shops können die Waren auch direkt bestellt werden. „Die Sichtbarkeit des Einzelhandels sowohl offline als auch online ist heute von besonderer Bedeutung. QR-Codes als Verbindungselement beider Welten sind mittlerweile im Alltag der breiten Masse angekommen – nicht zuletzt durch die Verwendung im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. In Asien beispielsweise sind QR-Codes in vielen Bereichen wie auch dem Handel seit Jahren fest integriert.“, erklärt Richard Schulte, wissenschaftlich-technischer Mitarbeiter des Projekts. Bei der Gestaltung der Schaufenster wurde das Projektteam durch Hochschulmitarbeiterin Valeria Ulrich aus der Servicestelle Marketing unterstützt.

Zunächst bis Weihnachten sollen die beiden Schaufensterflächen in der Bremerhavener Innenstadt von den teilnehmenden Einzelhändlern genutzt werden. Eine Ausweitung des Pilotprojekts an anderen Orten in Bremerhaven und der gesamten Metropolregion unter Einbezug weiterer Einzelhändler ist geplant. „Das Forschungsprojekt R3 verfolgt das Konzept und Softwaredesign einer regionalen Handelsplattform, um eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Versorgungs- und Logistikstruktur für die Metropolregion Nordwest bereitzustellen. Durch verschiedene Pilotprojekte in der Region hoffen wir auf eine Zusammenarbeit mit unseren Partnern und arbeiten gemeinsam daran, durch unser Projekt die notwendigen Schritte im nordwestlichen Ballungsraum vorzubereiten“, so Projektleiter Prof. Dr.-Ing. Benjamin Wagner vom Berg. Das Forschungsprojekt „R3 -Resilient, Regional, Retail in der Metropolregion Nordwest“ wird gefördert aus den Förderfonds der Metropolregion Nordwest mit dem Förderschwerpunkt „Mobilität der Zukunft“.

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